War gerade oben im Zolliker Wald joggen. Weit und breit habe ich Rehe bei der Vorbereitung des Sylvesterzaubers gesehen, weder eine Dachsfamilie bei einer House-Party, noch ein Fuchs beim Fondue-Chinoise. Es ist ein (für die Jahreszeit deutlich zu warmer) Abend wie jeder andere auch. Sylvester ist völlig überbewertet.
Aber für alle die Sylvester toll finden: Happy new year anyway!
Bekanntlich haben wir in Genf nur um Haaresbreite den Absturz in ein schwarzes Loch verpasst. Seit heute Morgen weiss ich, dass wir hier im Toggenburg wohl ein solches schwarzes Loch schon haben. In unserem Hotel - sehr sympathisch übrigens - war gestern Abend bereits um 20h weit und breit niemand mehr an der Reception und heute Morgen um 8h immer noch niemand. Ganz offensichtlich verschwinden die Leute dazwischen in einem schwarzen Loch. Könnte das mit den vielen Bars, die gestern Montag Abend auch um Mitternacht noch gut besucht waren?
Bekanntlich haben wir in Genf nur um Haaresbreite den Absturz in ein schwarzes Loch verpasst. Seit heute Morgen weiss ich, dass wir hier im Toggenburg wohl ein solches schwarzes Loch schon haben. In unserem Hotel - sehr sympathisch übrigens - war gestern Abend bereits um 20h weit und breit niemand mehr an der Reception und heute Morgen um 8h immer noch niemand. Ganz offensichtlich verschwinden die Leute dazwischen in einem schwarzen Loch. Könnte das mit den vielen Bars, die gestern Montag Abend auch um Mitternacht noch gut besucht waren?
Was ist eigentlich so verwerflich an den hohen Entlöhnungen der sogenannten Spitzenbanker und Topmanager?
Ihr Tun höhlt das moralische Fundament unserer Gesellschaft aus.
Es ist somit ein verwerfliches Verhalten. Und die Leute gehören zu recht geächtet.
Gegen Geld verdienen ist nichts einzuwenden. Auch gegen viel Geld verdienen ist nichts einzuwenden. Geld per se ist neutral. Eine Person, die etwas sehr erfolgreich tut, kann richtigerweise für diese Leistung eine grosszügige Entlohnung erwarten. Die Grösse der Entlohnung hängt von der spezifischen Leistung der Person ab und deren relativer Bewertung durch die übrigen Marktteilnehmer. In einem fairen Markt werden die Entlohnungen für die Meisten relativ ausgeglichen sein. Für einige werden sie deutlich über dem Durchschnitt liegen, weil sie Überdurchschnittliches leisten.
Die unmittelbare Frage ist folglich was eine überdurchschnittliche Leistung definiert. Überdurchschnittliche Leistungen sind per Definition selten. Wären sie häufig, wären sie eben doch nur durchschnittlich. Somit kann es sich in jedem Fall nur um ganz wenige Individuen handeln, die sich wirklich und deutlich vom Durchschnitt abheben.
Im Fall der Finanzindustrie aber schien das anders zu sein. Plötzlich fanden sich ganz viele Leute überdurchschnittlich und genial. Damit begründeten sie ihre hohen „Kompensationen“ und Entschädigungen (1). Kompensation wofür eigentlich? Für ihre unsägliche Arroganz und Dummheit? Angespornt durch die hohen Gehälter liessen sich auch Manager aus anderen Branchen immer höhere Saläre auszahlen. Die Begründung war stets dieselbe: Der internationale Markt für Managementtalente ist so umkämpft, dass nur über kompetitive Entschädigungen die Firmen die Besten an sich binden können. Warum aber haben Manager in den letzten Jahrzehnten für deutlich geringere Gehälter auch tolle Leistungen erbracht haben? Weil die Höhe der Gehälter keine direkte Beziehung zur eigentliche Leistung hat. Vielmehr werden die Gehälter durch eine eng verfilzte Managementkaste sich gegenseitig zugeschanzt. Jeder hat ein Interesse bei diesem Rennen nach oben mitzumachen, weil er reihum auch davon zu profitieren hofft.
Und hier setzt das moralisch verwerfliche Verhalten ein. Diese Leute haben in keiner Art überdurchschnittliche Leistungen erbracht, sich aber gegenseitig genau dies vorgegaukelt. Die Gier war die entscheidende Triebfeder. Damit haben sie den Boden geschaffen für eine schamlose Bereicherung und ein Signal weit über die Teppichetage hinaus, dass Selbstbedienung ohne echte Leistung auf Kosten anderer in Ordnung ist.
Grundwerte unserer Gesellschaft werden erheblich entwertet und vielfach dauerhaft beschädigt. Denn eine Gesellschaft aufgebaut auf Gier, ist eine todgefährliche Gesellschaft. Das ist letztlich das moralisch Verwerfliche dieser Eliten: Sie erlauben sich eine Trittbrettfahrt auf Kosten von uns allen.
Wie in diesem Blog bereits mehrfach diskutiert, sind Grundwerte wie harte Arbeit, Ehrlichkeit, Mut, Zuversicht, Toleranz, Neugier und Bescheidenheit die Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Dazu gehört auch ein Streben nach einer ausgeglichenen und gesunden Gesellschaft. Eine gesunde Gesellschaft, ist eine Gesellschaft wo 1 Franken investiert in Arbeit mehr Ertrag einbringt als 1 Franken investiert in dubiose Finanzinstrumente.
Können wir wieder zu einem besseren Gleichgewicht zurückfinden? Ja das können wir. Es ist die Herausforderung unserer Generation die alten Grundwerte wieder ins Zentrum zu rücken.
Update: UBS schüttet zwei Milliarden an Boni aus. Knapp zwei Stunden nach meinem Post finde ich auf Tagesanzeiger.ch die Meldung, dass die UBS auch weiterhin Milliarden in Boni steckt obwohl die Bank laut Presseberichten 20 Milliarden Verlust für 2008 schreiben wird und wir Schweizer Steuerzahler gerade 6 Milliarden in Form von Direkthilfe eingeschossen haben und weitere 60 Milliarden mit der Übernahme der toxischen Papiere.
Und wenn jetzt Herr Rohner, CEO der UBS, wieder erklären wird, dass diese Boni halt vertraglich vereinbart seien und gewisse Bereiche der Bank ja gut gearbeitet hätten, und sie das Top Management ja "verzichtet" hätten, dann sind das leider nichts als beschönigende Worte. Besondere Zeiten erfordern besondere Massnahmen, das gilt auch für Bankkader und zu Schönwetterzeiten vertraglich vereinbarte Boni.
Tatsächlich: Profit ohne Moral.
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(1) Ab einer gewissen Höhe von Lohn, wird der Ausdruck durch Kompensation oder Entschädigung ersetzt. Scheinen Synoyme zu sein für Gage. Als seien sie Schauspieler, was sie letztlich auch sind: Schlechte Schauspieler.
Aus aktuellem Anlass bin ich heute mal sehr früh zu Hause und kucke seit langem mal wieder die Sendung Kassensturz. Zwei Berichte haben es mir besonders angetan.
Der erste Bericht handelt von überteuertem Katzenfutter. Was hier in der Schweiz CHF 1.32 kostet, ist in Deutschland für umgerechnet CHF 0.98 erhältlich. 34.7% teurer. Darauf angesprochen, schwafelt die Dame vom Hersteller irgendwas von unterschiedlichen Rezepturen, als seien die Katzen hier har der Grenze völlig anders als in Deutschland. Fakt ist, dass sie mittels einer bürokratische Regel Direktimporte verhindern.
Der andere Bericht handelt von einer wohl bekannten Abzocke: Die Schweizer Mobilnetzbetreiber verlangen obszön hohe Gebühren für mobiles Internet (1). Das arme Opfer in diesem Beitrag ist ein älterer Herr, von Beruf Stapelfahrer, dessen Sohn für CHF 17'500.- in einem Monat mobiles Internet bezogen hat. Tatsächlich stossend (2). Und ein völlig überteuertes Angebot. Und das wissen die Betreiber auch. Aber keiner wollte vor der Kamera was sagen. Schade, Chance verpasst. Aber eben, solange der Markt nur mässig spielt, muss sich keiner bewegen und die Abzocke geht weiter.
Quintessenz der beiden Berichte: Marktwirtschaft ist toll- das erzählen sie alle - solange sie bei den anderen stattfindet - das erzählt meist keiner.
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(1) Offenlegung: Einer der Anbieter - Swisscom - war bis Ende 2008 mein Arbeitgeber in meiner Funktion als Chef einer NIcht-Telekom-Tochtergesellschaft.
(2) Fairerweise hätte der Bericht auch darauf hinweisen müssen, das der junge Mann wohl etwas naiv war, denn seine Kollegen haben ja vermutlich auch ein ähnliches Handy. Fakt ist, dass wir gerade für unser neues Startup mobile Dienstleistungen einkaufen mussten. Und ich stimme Herrn Eisler von Comparis zu: Der Tarifdschungel ist total. Eine Mitarbeiterin hat mir auf den Hinweis, dass sie eine in Teilen veraltete Preisliste habe, gesagt, dass auch sie die Übersicht nicht mehr habe.
Thank you for letting yourself be inspired by my recent blog post on an American and European renewal in your inaugural address. You said that success depends on "hard work and honesty, courage and fair play, tolerance and curiosity". Yes indeed, and yes, together we can achieve.
</emotion_on_that_historic_day_&_a_bit_of_(self)-irony _end>
Bis jetzt kannte ich die Feuerzeug- und Kerzenlichtmeere an Konzerten nur so:

Auf der Bühne intonierte die Band einen romantisch bewegenden Song. Vor der Bühne bewegte sich das Menschenmeer sanft im Takt, alle hatten sich lieb und die Raucher erleuchten die Zuschauermenge mit ihren Feuerzeugen. Oft namen auch Nichtraucher extra ein Feuerzeug mit, damit auch sie mitmachen konnten beim kollektiven Freudenrausch.
Heute, allen Luddisten zum Trotz (Zum Glück hat nur ein Gericht in York, UK, Luddisten zum Tod verurteilt - 2ter Abschnitt) geht das anders: Der Star des heutigen Anlasses führte das nächste Stück ein mit einer Geschichte aus seiner Kindheit. Er hätte die Disney Filme immer so geliebt und würde deswegen heute Abend nun die Titelmelodie vom Disney Zeichentrickfilm Aladin spielen. Dazu sollen doch alle Zuschauer ihr Handy nehmen und es über ihren Köpfen schwenken. Das sieht dann so aus:

Um welches Konzert es sich handelt? David Garrett - heute Abend im Kongresshaus zu Zürich.

Es war ein sehr schöner Abend. Danke Michael!
Heute hat Barack Obama seinen Plan zur Rettung der Wirtschaft angekündigt. Unter anderem verspricht er 1000$ Steuergeschenke pro Person, massive Investitionen in grünere Gebäude und mehr. Das einen Tag nach der Ankündigung, dass die USA über die nächsten Jahre Trillion-Dollar Defizite anhäufen werden; pro Jahr!
In der Schweiz ganz andere Meldungen: Wintersportorte: “Als ob die Wirtschaft boomte” oder “In den Schweizer Bergen herrscht Hochstimmung” aber auch “Die Schweiz in der Rezession”.
Irgendwie passen diese Meldungen nicht zusammen. Eigentlich – so zumindest haben mir die Professoren an der Uni Genf das damals erklärt – kann es nicht gleichzeitig abgrundtief schlecht um die Wirtschaft stehen und gleichzeitig werden alle Umsatzrekorde gebrochen. Aber in diesen unglaublichen Zeiten ist eben alles anders.
Deswegen schlage ich einen neuen Namen für dieses Phänomen vor: Rezenance.
Das ist die Kombination von Rezession und Renaissance. Was eine Rezession ist, steht jeden Tag in ziemlich schwarzen Tönen in der Zeitung. Warum aber Renaissance? Das war in Florenz am Anfang der Epoche eigentlich auch eine Boomzeit obwohl rundherum tiefste Finsternis herrschte.
Ganz offensichtlich sind wir alle – gerade in der Zeitungsberichterstattung – in eine Histeriose verfallen.
Ich überlasse es gerne meinen Lesern herauszutüfteln, aus was sich dieses Wort zusammensetzt.
Auf meinem Heimweg steige ich regelmässig beim Bahnhof Tiefenbrunnen von der S-Bahn auf den Bus um. Und immer wieder überrascht mich der Ausblick auf den Uetliberg wegen seiner schlichten und umwerfenden Schönheit. Wie gestern Abend:

Dass der
Economist seit bald 20 Jahren zu meiner Wochenendliebliengslektüre zählt, ist wohl bekannt. Eigentlich lese ich den Economist lieber in gedruckter Form. Seit der
Einführung der Farbe im redaktionellen Bereich zwischendurch etwas weniger gern. Nicht wegen der Farbe, aber weil mit deren Einführung auch eine sprachliche Anpassung erfolgte: Etwas weniger Britischer Witz, etwas mehr geglättetes globales Englisch.
Angesprochen durch das Abo-Verlängerungsangebot um drei Jahre (Irgendwoher kenne ich doch 3-Jahres Verträge...) hab ich mich mal wieder auf der Website umgeschaut und vier aktuelle Lesetipps gefunden:
- Warum es jetzt gerade erst recht sinnvoll ist ein Geschäft aufzumachen: Folge Felix Dennis (einem kontroversen englischen Geschäftsmann)
- Management Inertia: Oder warum Manager meistens nicht reagieren und wenn dann zu spät und falsch
- Dabbawala oder was das Äquivalent des Pizza-Blitzes aus Mumbai uns zum Thema Logistik zu sagen hat
- Die Kallery ist ein garantiertes Schmunzeln
Happy reading.