Grübel also soll’s richten. Im Nachgang ärgere ich mich, dass ich nicht vorher darauf gekommen bin. Anforderungsprofil „intakte Reputation“, „Führungserfahrung als CEO einer Grossbank“, „gewandt im Erhalten von Boni“. Da gibt’s nicht viele Personen. Klar kommt vom Erzfeind, aber besondere Zeiten verlangen besondere Massnahmen (ausser bei der Mäßigung der Boni).
Grübel also eine natürliche Wahl.
Grübel hat ganz sicher einen perfekten Sinn für Timing. Zweimal schon ist er zwei Jahre vor dem großen Krach ausgestiegen. Damals als er gegen den Leithammel der Chocolat Suisse & Winistörfer Gemüsehandel AG in der Ausmarchung um seinen Job verloren hat (Er als lifelong Chocolatier...). Er hatte einen Gemüseberater als Chef vor die Nase gesetzt bekommen. Das kann bei den heiklen Chocolatrezepturen nicht gut gehen. Im Buch „Mit festem Schritt zum Abgrund“ wird er liebevoll so beschrieben: „Der Einfachheit halber wollen wir auch ihm einen Namen geben und passend wäre wohl “Die Dampfwalze“, da Dampfwalzen über einen kleinen Führerstand verfügen, eine sehr direkte, mechanische Schaltung aufweisen, fürs Grobe gebaut und nicht geeignet sind, sich um die Details zu kümmern, die unter die Walze kommen.“
Zwei Jahre später wurde er aus dem Vorruhestand zurückgeholt, lernte gerade genug vom Gemüsegeschäft, um es gewinnbringend verkaufen zu können und konzentrierte sich fortan wieder auf die Herstellung von global geschätzter Schokolade (und das regelmäßige und rege Naschen in den Schokitöpfen).
In besagtem Buch wird sein Wirken so beschrieben: „Nach der ersten Phase, in welcher das Porträt der Dampfwalze in sämtlichen Tageszeitungen und Wochenillustrierten auftauchte, zog er sich ins stille Kämmerlin zurück und legte für sich das weitere Vorgehen fest. Wie immer in schlechten Zeiten und bei fehlender Kommunikation machten diverse Gerüchte die Runde. [...] Im Sinne eines Untergrundkämpfers nach dem Motto „jeden Tag einen Anschlag“ macht er sich daran, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mindestens wöchentlich zu beunruhigen und vor den Kopf zu stossen.“
Auf dem Höhepunkt der globalen Chocolat-Hausse (Ausser in der Zentralafrikanischen Republik wo klimatisch bedingt wenig Schoki verkauft wird) stieg er aus und verschrieb sich wieder mit mässigem Erfolg der Reduktion seines Golf-Handicaps.
Jetzt ist er zurück. Soll die Schokifabrik wieder aufrichten. Zu alter Grösse zurückführen. Well, let’s see... Ich wünsche ihm gutes Gelingen. Zu viel steht auf dem Spiel für den Werkplatz Schweiz.
Mein Tipp: Wenn er das nächste Mal aussteigt, dann sollte man mitaussteigen und die Aktien verkaufen.