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24/7 Internet: Bloggen verursacht Tod

In Amerika gibts aktuell eine Reihe von Berichten über die 24 Stunden, 7 Tage Woche im Internet. Kürzlich verstarb in Amerika ein Blogger (60) wegen eines Herzinfarkts, weitere Blogger hatten ebenfalls schon schwere Gesundheitsprobleme. Als Grund wird das atemlose Internet genannt. Richtig, es gibt jeden Tag Neues, Spannendes, Belangloses und schnell zu Vergessendes. Darin nicht komplett zu ertrinken verlangt einiges an Selbstdisziplin.

Hier gehts zum Artikel von der New York Times.

Eine ganze Reihe von anderen Publikationen hat das Thema augenommen:

Guardian Unlimited, bub.blicio.us, ParisLemon, Brian Alvey, The Blog Herald, Dana Gardner's BriefingsDirect, broadstuff, CrunchGear, Silicon Alley Insider, Mark Evans, WinExtra, MediaFile, SYNTAGMA, Peter O'Kelly's Reality Check, Howard Lindzon, Churbuck.com, TeleRead, BloggingStocks, TechBlog, Web Worker Daily, Pro Blogging News, Slashdot, Smart Mobs, Profy.Com, Worker Bees Blog, Cool Rules Pronto, TECH.BLORGE.com, Social Media, Screenwerk, SEO and Tech Daily, Gawker, Mashable!, Life On the Wicked Stage, VentureBeat, Smalltalk Tidbits … and Deep Jive Interests
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Radically Simple IT

Heute für einmal eine Leseempfehlung: Radically Simple IT von David M. Upton and Bradley R. Staats (Free, Registration aber notwendig) in der aktuellen Ausgabe der Harvard Business Review.

Um was gehts: IT Systeme sind meist zu komplex. Und bei neuen Projekten nimmt die Gesamtkomplexität meist noch zu. Unter anderem weil die alten Funktionalitäten nachgezogen werden müssen. Dazu kommt, dass in der Spezifikationsphase meist die Bedürfnisse nicht abschliessend und verbindlich aufgenommen und beschrieben werden können. Die zukünftigen NutzerInnen wissen oft nicht wie die Bedürfnisse genau zu formulieren sind. Und einmal entwickelt und veröffentlicht fallen die Nutzer über die zuvor hart arbeitende Entwicklungscrew her weil die neue Version nicht das tut was die alte tat (Aktuelles Beispiel Bluewin Relaunch).

Der vorliegende Artikel schildert den Fall einer japanischen Bank, die konsequent einen anderen Weg gegangen ist. Anstatt ein grosses System zu bauen, hat die Bank konsequent auf folgende Punkte gesetzt: Verschmelzen der umsetzenden Business und IT Teams, konsequent die einfachst mögliche Technologie einsetzen, durchgängig modularer Aufbau und das System gezielt auf Front-Nutzerbedürfnisse ausrichten.

Anstatt einen gigantischen Betrag für das neue System einsetzen zu müssen, fielen bloss $55 Mio an; etwa 10% im Vergleich zu einer traditionellen Systemeinführung.
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Mapper - Endlich wissen wo die Einladung stattfindet

Das Problem kennen wir doch alle: Wir verabreden uns im Freundeskreis für ein Skiwochenende in den Alpen. Der Organisator kuckt für Unterkunft und Restaurant. Für Hans, der keine Skis hat, sucht er noch einen Skiverleih aus. Und jetzt? Eine grössere Copy / Paste Übung, um alles in ein Wordfile zu packen und an die Teilnehmer verschicken? Kein sehr effizienter Weg.

Doch ab sofort gibts eine praktische Lösung: Mapper.ch. Mit wenigen Mausklicks kann das Skiweekend direkt auf einer Karte festgehalten werden. Ein Pin für das Hotel, einer fürs Restaurant und für den Skiverleih. Click, click, click und schon kann die Karte an alle Teilnehmer verschickt werden.



Einfach mal ausprobieren!
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Der Unterschied zwischen physischen und digitalen Gütern

Über den Unterschied zwischen physischen und digitalen Gütern wurde schon viel geschrieben. In diesem Blog habe ich mich oft mit dem Unterschied zwischen Musik auf physischen Tonträgern und in digitaler Form beschäftigt (Z.B. hier über Geschäftsmodelle, Irrungen & Wirrungen).

Was für die Musikindustrie gilt, gilt ganz allgemein für alle Industrien: Die Kostenunterschiede zwischen den beiden Formen der Verteilung (physisch auf CD, digital als MP3) sind gewaltig. Hier kurz erklärt:



Ein physisches Gut kostet. Die erste Einheit kostet einen Betrag x. Danach kostet jede weitere Einheit ein Betrag x-y wobei y die sogenannten Skaleneffekte darstellt. Will heissen: Beim ersten produzierten Stück fallen alle Kosten, z.B. für die Miete der Fabrikhalle direkt diesem Stück zu. Das erste Stück zu produzieren, ist sehr teuer. Aber ab dem zweiten Stück können diese Kosten auf alle produzierten Teile verteilt werden, womit die Durchschnittskosten pro Stück fallen. Die Gesamtkosten sind die Summe aller Kosten pro gefertigtes Teil.


Ein digitales Gut kostet auch. Um die erste Einheit zu erstellen, ist oft ein erheblicher Aufwand notwendig: Büroräume für das Start-Up, Löhne für die Programmierer, Hardware, Software (Die Open Source Bewegung ermöglicht hier nochmals deutlich tiefere Setup-Kosten). Allerdings, ist das erste digitale Gut einmal produziert, so sind alle weiteren quasi gratis. Eine digitale Kopie herstellen kostet quasi nichts. D.h die Durchschnittskosten pro Stück fallen deutlich schneller als bei einem physischen Gut. Die Gesamtkosten sind quasi identisch ob nun ein Stück oder eine Million Stück produziert wird.

Vergleichen wir nun die beiden Welten, so sticht die massive Differenz der Entwicklung der Durchschnittskosten pro Stück ins Auge, ebenso wie die markanten Unterschiede bei den Gesamtkosten.


Die Konsequenzen sind vielfach: Nebst der völlig anderen Kostenstruktur (und entsprechend Finanzierungsbedarfs einer Firma für digitale Güter im Vergleich zu einem physischen Anbieter) und den Möglichkeiten auf dem Markt ganz anders zu agieren (Ein Grund weswegen viele Angebote gratis sind), sind die anderen Effekte etwas versteckter.

Im Kern fordert ein digitales Gut eine völlig andere Herangehensweise als ein phyisches Gut in seiner Produktion und Vermarktung. Vielleicht einer der entscheidenden Gründe warum die (physische) Musikindustrie sich so schwer tut mit den neuen digitalen Realitäten. Aber so wie's der Musikindustrie ergeht, ergehts ganz vielen anderen Industriezweigen auch. Und die meisten sind nach wie vor schlecht gewappnet für diese Art von Veränderung. Einer der Gründe ist wohl, dass die Organisationen und ihre Entscheidungsträger die neue digitale Welt mit den ihnen bekannten Kosten- und Marktstrukturen aus der phyischen Welt analyisieren und bewerten. Das geht ins Auge. Genau wie andersrum auch: Erinnern wir uns zum Beispiel an WebVan. Andere Beispiele sind näher vor der Türe, doch davon ein andermal mehr.

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Jetzt gratis: Die Musikkonzerne schwenken die weisse Fahne

Eine Meldung in der heutigen SonntagsZeitung liess aufhorchen. Die grossen Musikkonzerne überlegen sich ihre Musikarchive für den Download aufzumachen. Für welchen Preis? Gratis. Ja richtig gelesen. Gratis.

An dieser Stelle wurde schon viel über die Musikindustrie geschrieben (Zum Beispiel über Geschäftsmodelle mit digitaler Musik und die komischen Irrungen und Wirrungen der Industrie).

Die Meldung, dass sich die Musikindustrie nun mit Modellen wie QTrax oder Spiralfrog einlässt und auf ein durch Werbung bezahltes Geschäftsmodell einlässt, entspricht dem Hissen der weissen Fahne. Der Gezeitenwelle Digitalisierung liess sich auf die Länge nicht widerstehen.

Interessant ist, dass es im Fall der Musikindustrie nun einfach eine erste Industrie getroffen hat. Das Gut Musik kommt (zumindest in seiner Pop-Form) als 3-4 Minuten Song daher, abgespeichert in einem mp3 File. Dieses File lässt sich einfach und effizient kopieren und verteilen. Die "Fluidifizierung" der Musikindustrie. Dieselbe Fluidifizierung wird auch andere Branchen noch auf den Kopf stellen.

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Heute in Zürich

Genau genommen in der Messe Zürich beim Best of Swiss Web Jury Tag.

 BOSW Jury Tag

Einige interessante Projekte, aber auch einige Pleiten. Warum können einige Teilnehmer nach 8 Jahren immer noch nicht wenigstens einigermassen brauchbare Unterlagen einreichen? Wie soll ein Projekt auf Business Efficiency bewertet werden (Kriterien Ertragspotential, Rentabilität), wenn keine konkreten Zahlen mitgeliefert werden? Schade eigentlich, denn die betreffenden Agenturen machen das ja nicht zum ersten Mal.
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Today in Zürich: Geoweb Talk over at local.ch

Today as a part of the local.ch Thursday Thirties series of talks, Cédric talks about the Geoweb.

Geoweb Talk by Cedric

Actually he gave a similar speech the other day at the BlogCamp Zürich and published the slides of his speech on his blog. Worth reading.
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Musik im Zeitalter des Ctrl C - Ctrl V

An dieser Stelle schon oft diskutiert (1, 2), durchläuft die Musikindutrie zur Zeit einen existentiellen Wandel. Im NZZ Dossier Medien vom letzten Freitag gabs nach langem wieder mal einen gescheiten Beitrag zum Thema Musik und Urheberrecht: Das Fundament des Urheberrechts wankt (NZZ, 24. August, 2007).

(Der einleitende Beitrag war eher nur nett: Eine wehmütige Abhandlung über das Knistern von Vinylscheiben).

Die beiden Autoren Kretschmer und Friedemann zeigen auf, dass die Rechtsnorm Urheberrecht ein eigentlich recht junges Rechtsgut ist: Es stammt aus dem 19ten Jahrhundert und ist es somit ein Kind der späten industriellen Revolution. Oder eben mit anderen Worten: Es ist eine Rechtsform, die auf einem materiellen Gut aufbaut. Und genau da hackts: Die Musikkonzerne versuchen heute mit ihrer rückwärtsgewandten Politik, ihre eigenen Kunden zu kriminalisieren, anstatt sich gescheite neue Geschäftsmodelle fürs Digitale Zeitalter zu überlegen.

Aber eben: Es ist einfacher den Spesenzettel des teuren Anwalts abzuzeichnen, als selber nachzudenken und sich mit den neuen Begebenheiten des Digitalen Zeitalters zu befassen.
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NZZ Suche ist wenig hilfreich

Da wollte ich heute Abend nach dem obligaten Ferragosto wieder mal einen Blogpost machen (fürs nächste BlogCamp habe ich mich grad eingeschrieben) und wollte dazu im Archiv meiner heiss geliebten NZZ etwas stöbern. Suchen genauer. Und zwar folgenden Artikel "Das Fundament des Urheberrechts wankt" vom (24. August 2007, Dossier Medien). Also oben links in das Suchfeld "Fundament des Urheberrechts" eingegeben. Das sind doch zwei spezifische Begriffe, dachte ich, so müsste ich den Artikel schnell finden.

Fehlanzeige. Bei der NZZ werden offenbar auch sogenannte "Stopwords" oder Stoppworte mitindexiert. Damit wird natürlich eine Suche wie die eben genannte ziemlich sinnlos, weil wie der Screenshot zeigt, damit auch alle Artikel von heute wo irgendwo des sowie (habe ich zwecks Verifikation der Hypothese miteingefügt) und vorkommt, mitangezeigt.

Zum Glück weiss ich davon. Wetten die meisten Nutzer von NZZ Online wissen nicht um die Stoppwort-Thematik, ergo geben frustiert auf?

(Tipp an die NZZ: Wenn schon Stopworte, dann doch einfach mit geringeren Boost Factors)


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Organisation - Die Spinne und der Seestern

Wer kennt das nicht? Eigentlich wüsste man ja genau was man in der Firma machen müsste, doch die Chefs wollen nicht, oder sehen nicht, dass sie im Weg stehen. Stattdessen schaffen sie Strukturen (liebevoll auch Hierarchie genannt), die oft einzig dazu dienen, für möglichst wenig Bewegung zu sorgen. Das Resultat: Frustrierte Mitarbeiter, unzufriedene Kunden, schlechte (finanzielle) Resultate. Hierarchische Organisationen können seltsame Biester sein.

Darüber wurde schon viel geschrieben. Zum Beipiel hier vor ein paar Wochen - On Organizations - oder natürlich bei den Klassikern, wie zum Beispiel Berle and Means (1933) oder in Ronald Coase' Klassiker "The nature of the firm" [1].

Fünfzig Jahre später hat es der Übervater der modernen Management Lehre so zusammengefasst:

“The typical large business 20 years hence will have fewer than half the levels of management of its counterpart today, and no more than a third the managers. In its structure, and in its management problems and concerns, it will bear little resemblance to the typical manufacturing company, circa 1950, which our textbooks still consider the norm. Instead it is far more likely to resemble organizations that neither the practicing manager nor the management scholar pays much attention to today: the hospital, the university, the symphony orchestra. For like them, the typical business will be knowledge-based, an organization composed largely of specialists. … For this reason, it will be what I call an information-based organization.” [2]

Was er vor rund zwanzig Jahren wohl nicht ahnte, dass erst mit der Ankunft des Internet in der Business-Welt, seine Vision endlich Realität werden würde. Das Internet hat bekanntlich viele Industrien schon völlig umgedreht, nun werden auch die Einzelteile einer Industrie, eben die Firmen, vom Wandel erfasst und in ihren Grundfesten völlig umgedreht.

Wie können neue Orgsanisationen funktionieren? Die Antwort von Ori Brafman und Rod Beckstrom heisst "The Starfish and the Spider: The Unstoppable Power of Leaderless Organizations". Im Kern lautet ihr Argument: Auch wenn eine Spinne und ein Seestern äusserlich ein ähnliches Aussehen aufweisen, so sind sie doch sehr unterschiedlich. Schneidet man einer Spinne ihren Kopf ab, so stirbt sie. Ein Seestern mit abgeschnittenem Bein erholt sich. Verteilte, dezentralisierte Organisationen sind leistungsfähiger, innovativer, resistenter und oft erfolgreicher. Beispiele? Das Internet, Wikipedia, MP3 Peer-to-Peer Netzwerke. Wir wenden das eine oder andere Konzept bei local.ch schon an, weitere Dezentralisierung folgt.

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[1] Coase R.H., “The Nature of the Firm”, Economica, 4 (13-16), November 1937, pp. 386-405.

[2] Drucker P.F., “The Coming of the New Organization”, Harvard Business Review, January - February 1988, pp. 45-53
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