Das Krippenplatz Konundrum
Vielen jungen Familien geht es so: Aufgrund der Berufstätigkeit der beiden Elternteile, ist die Familie auf externe Betreuung der Kinder angewiesen. Ein Krippenplatz muss her. Und davon hat es zu wenig, meint man. Es gibt viele Artikel, die einen akuten Notstand auszumachen meinen, aber kaum nicht betreute Kinder. Wie kommt das?
Meldet sich Nachwuchs an, so meldet fast jedes Paar diesen umgehend in mehreren Krippen an. In unserem Fall haben wir das Spiel auch mitgemacht und unser Kind in vier Krippen angemeldet (Wie ich mir von andern Eltern habe berichten lassen, werden oft bis zu 6 Anmeldungen hinterlegt. Wir nehmen im folgenden einen Schnitt von 5 an).
Nehmen wir an in unserer näheren Umgebung gäbe es noch vier andere Familien mit dem Betreuungsbedarf von je einem Platz. Total also fünf Familien mit Bedarf für fünf Plätze.
Gesamthaft werden aber fünf mal fünf Anmeldungen generiert, total 25 Anmeldungen oder 25 Plätze fiktive Nachfrage für fünf effektiv gebrauchte Plätze. Jeder Sozialpolitiker schlägt Alarm und spricht von schaurigem Notstand.
Und natürlich ist das Spiel nicht ein einmalige Angelegenheit, sondern setzt sich über beliebige Perioden fort. D.h. die fiktive Nachfrage bleibt auf dem überhöten Niveau im Vergleich mit der effektiven Nachfrage.
Ist das Kind einmal geboren und ab dem 4 - 5 Monaten bereit für die Krippe beginnt ein Dominospiel. Die erste fixe Anmeldung hat zur Folge, das die vier andern Anmeldungen zurückgezogen werden. Etc. reihum. Am Schluss haben alle plus minus den gewnünschten Platz.
Plus minus deswegen, weil es wohl tatsächlich einen leichten Nachfrageüberhang gibt. Diesen Schluss legt die Tatsache nahe, dass es in den letzten Jahren in Zürich einen kontinuierlichen Ausbau des Angebots gab, das auch effektiv nachgefragt wurde.
Insgesamt als weit weg von Notstand, sondern eher ein Beispiel für ein klassisches Marktversagen aufgrund von Informationsasymetrien.




