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Entwicklungshilfe: Entweder direkt zu den Bedürftigen ansonsten bitte abstellen

Nach drei Tagen unterwegs, lese ich die NZZ-Ausgaben der besagten drei Tage. In der NZZ vom 18. November stolpere ich über zwei Artikel Afrika betreffend.

Der freudliche ältere Herr hier verantwortet den Untergang der Kornkammer Afrikas. Mugabe hat mit seiner Enteignung von Farmen seine Mitbürger zu Hilfsempfängern erniedrigt. In der Kolumne "Aufgefallen" erläutert der NZZ Korrespondent, Markus Haefliger in Dakar, den absoluten Zynismus der Präsenz von Mugabe am Welthungergipfel in Rom.


(c) NZZ

Ein paar Seiten weiter erläutert Herr Haefliger den HIntgrund der folgenden Monstrosität. Ein Denkmal für das Ego des lokalen Potentaten. Und das in einem Land "in dessen Hauptstadt das Regenwasser nicht abfliesse, in dem der Strom knapp sei und die Strassen in den Armenvierteln im Schritttempo befahren werden müssten."


(c) NZZ

Ich bin der Meinung, dass wir die Entwicklungshilfe ab sofort gezielt - mit eigenen organisationellen Mitteln - den echten Bedürftigen zu kommen lassen oder einstellen. Diese korrupten und inkompetenten lokalen Regierungen haben keinen Cent unserer Unterstützung verdient.

Und bitte aufhören mit der Mär, dass die Kolonisierung die Wurzel des Übels noch heute sei. Diese Leute treffen ihre eigenen Entscheidungen und das bewusst und ohne kolonialen Balast. Mit der gleichen Logik könnten Deutschland und Frankreich noch immer nicht zusammenarbeiten, zum Beispiel gerade im Elsass oder im Saarland. Tatsache ist, das Deutschland und Frankreich es geschafft haben und die meisten der Staaten in Afrika nicht.

Good Governance ist nicht schwer. Solange die Spitzen dieser Staaten lieber Geld verschwenden, ihre Leute betrügen, sich bereichern, etc., als für ihr Land und ihre Landsleute zu sorgen, sollen sie das ohne unsere Hilfe tun.

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By courtesy of her majesty: Royal Bank of Scotland Beilage in der heutigen NZZ

In der losen Serie über Banken und Bank-Manager, die immer noch nichts begriffen haben, heute ein besonders schönes Müsterchen. In der heutigen NZZ - mit Titelbild von Königin Elizabeth II. - liegt eine farbige Beilage (Kostenpunkt: kaum unter 100'000 Franken, die NZZ also eine Empfängerin von britischen Steuergeldern) der Royal Bank of Scotland mit dem sinnigen Titel "Zu Ihren Diensten" bei. Genau genommen gehts um ein Werbepamphlet über strukturierte Produkte.

Courtesy of Queen Elizabeth II. - RBS Pamphlet

Wie bitte?!

Die bitterböse Ironie ist hier den Verantwortlichen nicht aufgegangen.

Die RBS ist seit letztem Jahr verstaatlicht. Sprich die vorliegende Broschüre wurde auf britische Staatskosten gedruckt.

Der Inhalt ist noch unfasslicher. Die "Leiterin öffentlicher Vertrieb Schweiz", Frau Irene Brunner, spricht in ihrem Editorial (Siehe Bild) von Eigentümerwechsel in zwei Phasen. Mit keinem Wort erwähnt sie im gesamten Editorial die Verstaatlichung der RBS.

Das unbedarfte Editorial von besagtem Pamphlet

Etwas Hintergrund: Die herausgebende Abteilung ist die vormalige ABN AMRO strukturierte Produkte Abteilung Schweiz. Die ABN AMRO wurde in einem von Gier und Eitelkeiten kaum zu überbietenden Übernahmekampf von der Banco Santander (Spanien) und ebendieser RBS (UK) übernommen. Es war der Beginn vom Ende, wie schon damals verschiedene Pressestimmen treffend voraussagten - und das 2007 ohne Kenntnis der Finanzkrise der letzten zwei Jahre.

Frau Brunner weiss das alles ganz genau. Doch davon kein Wort.

Auch der freundlich lächelnde Herr Hourican (Siehe erstes Bild), seines Zeichens CEO Global Banking & Markets spricht in seinem "Interview" lediglich davon "dass die britische Regierung als grosser Aktionär auf den Plan treten musste."

Im Fliesstext wird an einer versteckten Stelle von 70% Staatsanteil gesprochen. Falsch. Richtig ist, dass die RBS zur Zeit zu zu 84% den britischen Steuerzahlern gehört, die dazu notabene nie für ihr Einverständnis gefragt wurden. Fact checking war noch nie ein Forte der besagten Bank, sonst wärs nicht so weit gekommen.

Und als sei die Broschüre nicht schon Hohn genug für alle durch die Finanzkrise arbeitslos gewordenen Menschen, malt das Pamphlet auch noch das schöne Bild der ach so tollen struturierten Produkte. Der Chef Schweiz, Herr Lucas Bruggemann, schwafelt in in der Broschüre von drei wesentlichen Dingen "Menschen, langfristige Kundenbeziehungen, Vertrauen".

Direkt gefragt: "Herr Bruggemann, ist bei Ihnen die kürzer zurückliegende Geschichte der RBS noch nicht angekommen? Menschen wurden von der RBS millionenfach enttäuscht. Beispiel: Der Ex-CEO Fred Goodwin kassierte £20Mio und übertrug den Menschen Grossbritanniens die unlimitierte Haftung für sein Chaos. Bis zum heutigen Tag kostete das 45.5 Milliarden Pfund. Und sie getrauen sich von Menschen und Vertrauen zu reden? Ehrlicher wäre davon zu sprechen, wie verlorenes Vertrauen wiedergewonnen werden kann."

Über den Inhalt mag ich eigentlich gar nicht sprechen: Ein Geschwafel über strukturierte Produkte. Ja genau die Sorte Produkte, die ursächlich waren für die Finanzkrise, auch für die Totalpleite bei der RBS.

Liebe RBS Schweiz: Total fail.

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Heute in: Dübendorf am Sawi

Bin eingeladen am Sawi einen Kursblock über virtuelle Organisationen zu bestreiten. Gute Diskussionen mit den Teilnehmern. Kursunterlagen und pdf hier.

Heute in: Dübendorf am Sawi

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Ungehörige Hedge-Funds Steuerprivilegien

Ganz offensichtlich hat die Finanzbranche immer noch nichts begriffen. Da lese ich doch in der NZZ vom Donnerstag über Steuerkniffe bei Hedge-Funds

"Das vor Jahresfrist angekündigte Kreisschreiben zur steuerlichen Behandlung von Hedge-Funds-Managern ist aus politischen Gründen in der Versenkung verschwunden. Doch die Praxis hat Wege zur steuerschonenden Behandlung der Manager gefunden"

Was hier euphemistisch "steuerschonend" genannt wird, heisst konkret auf Einkommen von 1-2 Millionen Franken nur 10%-20% Steuern bezahlen. Der Mittelstand zahlt im Schnitt doppelt so viel (bei notabene viel geringeren Einkommen von vielleicht 150'000 Franken pro Jahr). Wie erreichen die Herren das: Mit allerlei Kniffen. Und ganz offensichtlich mit stillschweigendem Einverständnis der Behörden und einer ganzer Reihe von Politikern. Die Begründung: Zuzug von solchen Hedge-Funds Managern, zum Beispiel aus London. 

Es ist wirklich stossend. Wie an anderer Stelle schon vermerkt: Dass die Schweiz als Standort so vorteilhaft ist, hat mit stabilen Institutionen und einem verlässlichen Rechtssystem zu tun. Beides hat sehr direkt mit einer fleissigen, ehrenhaften und integren Bevölkerung zu tun, die dieses Staatswesen darstellt und mögich macht. Taxes buy Civilisation, heisst der relevante Grundsatz.Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, weswegen Einkommen von Hedge-Funds Managers tiefer besteuert werden sollen, als vergleichbare andere Einkommen. Und das wegen Tricksereien bei der Einkommensdeklaration.

Diese steuerflüchtigen und -optimierenden Hedge-Funds Manager sind wie Maden in einem gesunden Apfel. Sie können nur so lange leben, wie der Apfel noch nicht restlos ausgehölt und zerstört ist. Dann müssen sie sich einen neuen Wirt suchen.

Nein, wir wollen diese Leute nicht hier. Sie machen unser Land kaputt.

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