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Die FDP ist M-Sélection, die SP M-Budget, die SVP...

An der Verlegertagung hat Herbert Bolliger, Migros Chef, auf die Frage von Verlegern nach Kompensation der rückgängigen Migros Werbevolumen geantwortet, sie müssten sich halt beim Kulturprozent bewerben. Norbert Neininger-Schwarz hat in der NZZ vom Freitag für öffentliche Unterstützung der Zeitungsbranche geworben. In Amerika ist die Zeitung Rocky Mountain News ohne öffentliche Unterstützung zugegangen.

Die SVP ist in einer Sinnkrise um den richtigen Moment des Ausstiegs. Die SP ist trotz der aktuellen Krise des Kapitalismus seltsam still. Die CVP weiss nicht recht was der Unterschied zwischen Deiss und Leuthard ist: Beide farb- und wirkungslos (1). Und bei der FDP herrscht auch ziemlich Flaute in Kasse. Was tun?

Die Migros sitzt noch immer auf unglaublichen Mengen Kulturprozenten. Gleichzeitig arbeitet die Migros an einer drastischen Konzentration ihrer Markenvielfalt. Wir schlagen deshalb vor, dass die überzähligen und gut eingeführten Marken nicht einen grausamen Detailhandelstod erfahren, sondern bedürftigen Parteien weitergeben

Aus der SP würde die M-Budget Partei: Konkurrenzlos günstig (bis die deutsche Konkurrenz kommt) und echt kultig. Für die welschen Kollegen würde dann auch M-Budget Gänseleber eingeführt. Klar der Fall bei der SVP: M-Engagement. Eine engagierte Partei, ein engagierter Präsident und ein immer noch engagierter Bundesrat a.D. Die Disposition sieht bei der CVP anders aus. Hier drängt sich aus kulturell konservativer Verwurzelung in den ländlichen Teilen der Inner- und Üsserschwiz die Heidiland Linie auf. Die FDP als ehemals staatstragende Partei – heute ertragene Partei mit ungebeteten Freunden – war (Fremdbild), ist (Eigenbild) die Crème de la Crème, die M-Sélection. 

Cumulus Punkte gibt’s weiterhin für Einkäufe an allen Kassen und neuerdings auch pro eingeworfenen Stimmzettel. Endlich gibt’s ein Kundenbindungsprogramm für Demokraten! Pro Abstimmung 10 Cumulus-Punkte. Bei Paketvorlagen gibt’s 5-fache Punktezahl.

Die Punkte können eingelöst werden für attraktive Prämien und einmalige Erlebnisse. Ein Kleidershopping mit der schicken Kopftuchmodeberaterin Calmy-Rey. Motto: Zeitgemäss und erschwinglich gekleidet aber trotzdem gut angezogen. Eine Sélection der besten Fondsprodukte und Privatbankiers zusammen mit Hans-Rudolf Merz. Ein Hintergrundgespräch mit Doris Leuthard und ausgewiesenen Pharmaangestellten zwecks Bewahrung der blühenden Alpenlandschaften. Diese dürfen nicht durch Parallelimporte von Bergpflanzen aus dem Erzgebirge oder der Sierra Nevada zerstört werden. Schwieriger wird das Engagement von SVP Exponenten, da sie sich noch nicht sicher sind, wer antreten soll und welches Programm grad gilt.

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(1) Auch in der CVP Kernkompetenz Zähneputzen

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Die UBS ein Sündenpfuhl und Miami, das Lugano der USA

Beim Durchlesen der beiden Fälle US Justice Departement vs. UBS wird einem schlecht. Der 1ste Fall betrifft die ca. 300 Personen bei denen Steuerbetrug vermutet wird (Release und Unterlagen [PDF]). Der 2te Fall ist die Zivilklage wegen breit angelegter Steuerhinterziehung (Release und Unterlagen [PDF]).

Klar ist eines: Die UBS Client Advisors und deren Management ("Highest Executives") wussten ganz genau was sie taten. Minutiös listen die Beteiligten auf wie den Immigrationsbehörden auszuweichen ist, welche Telefonnummer angerufen werden soll, wenn trotzdem etwas schief geht (+41-44-234 24 24 - 7x24 - "Security Risk Governance will subsequently co-ordinate the next steps with Legal, Line Management and any other support function"), dass es einen Zielkonflikt zwischen den hohen "New Net Money" - NNM - Zielen und den "Regulatory Risks" gibt, dass man ohne Unterlagen reisen soll, die Hotels oft wechseln soll, wenig mit dem Handy telefonieren soll (mobile phones can easily be eavesdropped) und wie man in den Bahamas Offshore Firmen aufbaut zwecks Parken von Geldern von vermögenden US-Kunden.

Klar ist auch: Die US Behörden haben Blut geleckt und werden nicht rasten, bis sie möglichst viele der anvisierten 52'000 US-Kunden der UBS zur Selbstdeklaration getrieben haben und darüber hinaus auch den US-Kunden der andern Banken klar gemacht haben, dass Steuerhinterziehung in Zeiten der Krise nicht toleriert wird. Allerdings wird auch die US Regierung den Bankrott eines der grössten Wall-Street Häuser nicht wollen. Der Schreck der Lehman Pleite sitzt zu tief.

Klar wird auch: Die Schweizer Behörden reagieren wie in solchen Fällen üblich leider wenig überzeugend. Vieles gemahnt mich an die Diskussion über Geldwäscherei in den 80ziger und 90ziger Jahren und die Holocaust Diskussion in den 90ziger Jahren. Erst auf massivsten Druck geschah das offensichtliche: Clean up your act. Ein Geschäftsmodell, das auf der Verschleierung von kriminellen Tatbeständen fusst, hat kein Platz.

Bei der UBS wird nur ein kompletter Neuanfang im Top Management mit neuen externen Leuten für eine echte Besserung sorgen. Die bestehende Führungsriege muss gehen.

Wir, die ehrlichen Schweizer, bezahlen heute schon und erst recht in Zukunft einen (sehr) hohen Preis für das ungebührliche Verhalten von wenigen geldgierigen Bankern.

Dass es auch anders geht zeigt die Schweizer Industrie. Zum Beispiel die Uhrenindustrie. In den 70ziger Jahren am Boden, ist sie heute Weltspitze. Die Produkte werden gekauft nicht wegen dubiosen Paragraphen, sondern weil sie spitze sind.

Apropos Spitze: Eine gegen die USA sei erlaubt. Miami ist grosser und lukrativer Finanzplatz (auch für Anwälte). Auch nach intensiver Recherche, ist es mir nicht gelungen, denselben Verve von US Behörden bei der Verfolgung von Steuerhinterziehung und Betrug durch lateinamerikanische Bürger in Miami zu identifizieren. Miami für Lateinamerika also so etwas wie Lugano für Italien.

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Finanzprodukte sind wie Asbest oder Quecksilber: Zu verbieten

Die toxischen Papiere in unserem Finanzsystem haben mittlerweile bedrohliche Formen angenommen. Weit über 11'000 Milliarden sind zur Rettung der Weltwirtschaft schon ausgegeben worden und ein Ende ist nicht absehbar. Die Banken werden noch weitere Kredite brauchen - de facto sind sie pleite - sowie bis vor kurzem kerngesunde Unternehmen ebenfalls Milliarden brauchen um zu überleben (Die Verantwortlichen sind noch immer nicht abgetreten). Doch woher nehmen? Oft wird auf Japan verwiesen und sein verlorenes Jahrzehnt. Eine Analyse (1) zeigt, dass Japan vor allem von starken Exporten profitiert hat, um aus der Krise herauszufinden. Doch die Welt als ganzes kann sich nicht aus diesem Sumpf "hinaus exportieren". Und der Hinweis von Krugman, dass ein Überhang an Schulden beim letzten Mal erst durch einen Weltkrieg "weg korrigiert" ist in der Vorstellung erschreckend.

Nehmen wir an, der Aufschwung kommt irgendeinmal zurück. Was ist zu tun, dass eine solche Situation sich nicht wiederholt?

Quecksilber ist selbst in kleinsten Dosen für Mensch und Tier schädlich. Gleich verhält es sich mit Asbest. Beides sind natürliche Stoffe, die für sich allein gelassen kein Problem darstellen, die Folgen deren industrieller Nutzung für uns aber gravierend sind. Deswegen wird die Verwendung dieser Stoffe stark reguliert und bisweilen sogar verboten.

Und genau das sollten wir mit komplexen Finanzprodukten tun: Verbieten.

Oder deren gebrauch zumindest stark einschränken und hart regulieren. Das hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern mit einer grundliberalen Einstellung: Ein freier Markt braucht gescheite Regeln

Diese "Produkte" haben gleich wie Quecksilber und Asbest - wie wir gerade erfahren - äusserst schädliche Nebenwirkungen. Die vielleicht in Teilen sogar sinnvolle Anwendung ist nicht weiter zu verantworten. Wir können die Auswirkungen nicht kontrollieren: Die sogenannten mathematischen Risikomodelle haben versagt und Besserung ist nicht in Sicht.

Es gibt ein Vorbild im Gesundheitssektor: Die staatlichen Arzneimittelstellen. Bei uns die Swissmedic und in Amerika die FDA. Der Auftrag von Swissmedic lautet: Wir sorgen dafür, dass die zugelassenen Heilmittel qualitativ einwandfrei, wirksam und sicher sind. 

Und genau das brauchen wir auch für den Finanzplatz.

Eine Behörde die vorgängig prüft, die ein hartes und über mehrere Stufen führende Zulassungsverfahren durchführt. Zum Beispiel mit einem Markttest des "Produkts" über mehrere Jahre zuerst als reines "virtuelles Produkt", anschliessend in einem begrenzten kleinen Markttest, etc. So halt wie man das bei Medikamenten aus gutem Grund schon lange macht.

Die Finma und ihr glückloser Chef von Bankers' Gnaden und die SEC haben bewiesen, dass sie diese Behörden nicht sein können.

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(1): Die Analyse geht auf Richard C. Koo zurück, Autor des Buches The Holy Grail of Macroeconomics (John Wiley, 2008). Eine Zusammenfassung seiner Ideen hat er anlässlich einer Tagung dargelegt. Das PDF dazu hat's in sich (Must Read!), sein konkreter Vorschlag ist goldrichtig:

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Nektoon Blog

Wohlbekannt: Wir bauen eine neue Firma. Klar gibts auch einen Firmenblog. Da bloge ich in Zukunft über Nektoon relevante Themen. Aktuell über zum Beispiel über die Unsitte für alles und jedes Non-Disclosure Agreements unterschreiben zu müssen, als gäbs so viel Geheimes.

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Kurrer & Rohner: Please go!

Während Jahren sassen diese Herren in der Konzernleitung der UBS und haben andere darüber belehrt, dass unternehmerisch Handeln, Vertrauen und Verantwortung zentral sind im Geschäftsleben. Heute haben sie bei der UBS CHF 20 Mia. Verlust für das Jahr 2008 veröffentlichen müssen (Wie im Detailhandelsgeschäft mit 19,697 angeschrieben anstatt 20 weil's billiger tönt).

Gleichzeitig versuchen sie mit einer Lawine von Zahlen darüber hinwegzutäuschen, dass sie noch immer viel Geld in Form von nicht notwendigen Ausgaben abfliessen lassen (aka überzogene Strategie, Boni, viel zu hohe Löhne, etc. etc.). Nichts von unternehmerischen Handeln.

Das Vertrauen in die UBS ist weg. Letzten Herbst habe ich an Rohner einen Brief geschrieben mit einer Frage: "Erklären Sie mir weshalb ich UBS Kunde bleiben soll". Eine Antwort habe ich erst auf nochmaliges Nachfragen erhalten und die Antwort war "more of the same" zur UBS und keine (richtig, keine) Aussage warum ich Kunde bleiben soll. Keine Grundlage für einen vertrauensvollen Neuanfang.

Herr Kurrer besonders hat uns en grand public immer wieder Vorträge darüber gehalten, dass man Verantwortung wahrnehmen muss (In die gleiche Kategorie gehört Herr Kielholz, der die grundsolide SwissRe in ein Kasino verwandelt hat, damit abgestürzt ist und sie jetzt an Warren Buffet verscherbeln muss). Jetzt wäre es an der Zeit wirklich Verantwortung zu übernehmen.

Gentlemen: Please go!

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180 Grad das Gegenteil - Moderne Medien

Heute wieder einmal ein klassischer Fall von verschiedenen Wahrnehmungen und Realitäten und deren Wiedergabe durch die Medien.

Vor ein paar Tagen hat eine bereits sechsfache Mutter in Amerika Achtlinge geboren. Bei Mehrfachgeburten reissen sich oft Babynahrungshersteller, Verlagen, Spielzeugfabrikanten, Autofirmen, und viele mehr, um die rapide grösser gewordene Familie zwecks billigem Product Placement.

Auch so in diesem Fall, wie die BCC heute berichtet (11:24 GMT): "Octuplets mum 'deluged by offers' ". Oder doch nicht? Der Tagi berichtet um 12:56 MEZ - also eine halbe Stunde später: "Keine milden Gaben für die Achtlinge". Was stimmt nun? Hat die venerable BBC im Kampf um schnelles Reporting die Akkuresse in der Berichterstattung vernachlässigt, oder der behäbige Tagesanzeiger die Zitate aus dem Kontext gerissen und so eine gegenteilige Darstellung erwirkt?

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Schwarze Löcher im Toggenburg

Bekanntlich haben wir in Genf nur um Haaresbreite den Absturz in ein schwarzes Loch verpasst. Seit heute Morgen weiss ich, dass wir hier im Toggenburg wohl ein solches schwarzes Loch schon haben. In unserem Hotel - sehr sympathisch übrigens - war gestern Abend bereits um 20h weit und breit niemand mehr an der Reception und heute Morgen um 8h immer noch niemand. Ganz offensichtlich verschwinden die Leute dazwischen in einem schwarzen Loch. Könnte das mit den vielen Bars, die gestern Montag Abend auch um Mitternacht noch gut besucht waren?

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Schwarz Löcher im Toggenburg

Bekanntlich haben wir in Genf nur um Haaresbreite den Absturz in ein schwarzes Loch verpasst. Seit heute Morgen weiss ich, dass wir hier im Toggenburg wohl ein solches schwarzes Loch schon haben. In unserem Hotel - sehr sympathisch übrigens - war gestern Abend bereits um 20h weit und breit niemand mehr an der Reception und heute Morgen um 8h immer noch niemand. Ganz offensichtlich verschwinden die Leute dazwischen in einem schwarzen Loch. Könnte das mit den vielen Bars, die gestern Montag Abend auch um Mitternacht noch gut besucht waren?

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Heute in: Unterwasser

Heute und Morgen bin ich in Unterwasser im Toggenburg an einem Kurs. Ja auch als Startup tuts gut sich mal von aussen betrachten zu lassen und die eigenen Ideen andern Leuten zu pitchen.

Venturelab Training mit Pius

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