Back in the old days? Ein neuer Gorden Geko Moment
In Amerika ist zwar gerade (1) die Subprime Krise ausgebrochen (was für ein Euphemismus - Subprime: Unter prima, das heisst wie jeder weiss eben nicht prima. Das hat die tollen Finanzhechte in Zeiten billigen Geldes nicht daran gehindert, diese Nichtprimakrediten zu bündeln und als tolle Wertanlagen neu aufzustückeln und weiterzuverkaufen. Das Resultat: Ein Potjomkinsches Dorf.
Mit dabei die grossen Bewertungshäuser wie Moodys und andere, die locker flockig Wertpapiere mit unterlegten Nichtprimakrediten mit dem höchsten Gütesiegel auszeichneten (AAA).
Problem bei der Sache - und das kann eigentlich jeder Primarschüler auflösen – ist, dass bei höheren Zinsen eben auch höhere Zinszahlungen fällig sind. Sprich: Schuld x mal Zinssatz y gleich Zinszahlung. Bei einem Kredit von 100 und einem Zins von 2% macht das 2. Schlägt der Zinssatz auf, auf z.B. 3% macht das absolut zwar nur 1% aus, relativ für den Schuldner ists aber eine Zuschlag von 50%.
Die geneigte Leserschaft mag sich jetzt leicht bevormundet vorkommen, oder dem Schreiber leichte Arroganz ihr gegenüber vorwerfen. Sie bedarf doch keiner Erklärung von derart trivialen Zusammenhängen! Gedacht ist die Erklärung denn auch für den sich hierhin verirrenden Banker: Einige dieser Sorte Mensch hat ganz offensichtlich jene einfachen Zusammenhänge nicht begriffen. Stattdessen regiert die Gier, das Streben nach noch mehr Bonus und Status (An all diejenigen: In der heutigen NZZ wird der neuste Bentley besprochen).
Die Konsequenz: Zur Zeit noch knapp nicht in der Realwirtschaft (Alleine die Bezeichnung ist tiefgründig: Es wird also zwischen der Finanzwirtschaft (=Virtuell, imaginär?) und der Realwirtschaft unterschieden) angekommen. Doch der Kollaps der Sachsen LB ist ein sicheres Zeichen, dass hier noch weiteres Ungemach droht. Denn Gier ist universell. Ein neuer Gorden Geko Moment.
(1) Eigentlich wollte ich ja über schnell wachsende Firmen schreiben, aber das muss jetzt noch etwas warten.