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Alles neu macht der September*

Gibt's denn das? Einfach so ein neues CD/CI (in dezemtem Blauton anstatt Bordeauxrot), ein neuer Firmenslogan (Vernunft. Jetzt aufregend. anstatt Team based net-solutions oder so. Apropos: Was will uns denn der Texter hier wieder sagen? Etwa das namics vernünftig ist, oder vernünftig aufregend, oder wenn der Kunde endlich vernünftig ist, er sich jetzt aufregt?), gut inszenierte Bildwelten (Fröhlich aufgeregte Kunden vor einem BMW, das Ziel des Schaffens! ;-) und zu guter letzt ein neuer CEO (oder einfach Jürg in ein paar Jahren?). Lieber namics-Mit-Partner: Klärt einen unwissenden zum localisten sich Gewandelten auf!


* Auflösung des Rätsels: Tagesanzeiger vom 18. September 2008 (Print Ausgabe, Seite 41)

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Heute in: Auf dem Weg nach Bern

Und wen sehen wir da in der schräg vis-à-vis? Ueli Maurer. Am Telefon mit vorgeschürzter Hand, damit ihn ja niemand hört (hat er noch andern Leuten mit der gleichen Pose zugehört und gemerkt, dass das Gespräch deswegen trotzdem wunderbar verständlich ist?): "Der Druck ist unglaublich hoch..."

                                  

Wohl am Aushecken der nächsten Nebelwerferaktion. Denn die in den letzten Tagen hochgekochte Aktion rund um Blocher und den Roschacher GPK Bericht mit wilden Komplottvorwürfen, war einzig dazu da vom eigentlichen Thema abzulenken. Das Thema ist Bundesrat Blocher. Nach einem Leben in der Privatwirtschaft, stets gewohnt Chef zu sein, sprich das letzte Wort zu haben und auch weitgehend nach eigenem Gutdünken schalten und walten zu können, hat er schlicht nicht begriffen, dass eine Koalitionsregierung wie die unsrige auf Ausgleich der Interessen fusst.

Das Potential der SVP ist mit 25 Wählerprozenten ausgeschöpft. Das heisst: Die SVP Position ist eine Minderheitenposition (das allerdings verhilft den anderen Parteien nicht automatisch zu Mehrpositionen). Mit Sendungsbewusstsein Ausgestattete macht dieser Umstand erst recht fuchsteufelswild. Blocher kann seinen Willen nicht alleine Durchdrücken. Mit seinen zahlreichen mehr oder weniger gravierenden Fehltritten und Kompetenzüberschreitungen ist sein Hang zu uneingeschränkter Machtausübung wie er das früher in der EMS oder der Zürcher SVP konnte, für alle sichtbar hervorgetreten.

Dafür wird er und seine SVP einen hohen Preis zahlen. Kann sein, dass sie in diesen Wahlen ihren hohen Anteil halten, vielleicht sogar ausbauen. Doch eine langfristige Strategie ist es nicht. Mit dem Abtritt von Blocher der biologisch bedingt unausweichlich ist, fehlt ihnen jegliche Perspektive. Das alte Bonmot "Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder" wird auch hier wieder zutreffen.

Ueli Maurer hin oder her.

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Back in the old days? Ein neuer Gorden Geko Moment

In Amerika ist zwar gerade (1) die Subprime Krise ausgebrochen (was für ein Euphemismus - Subprime: Unter prima, das heisst wie jeder weiss eben nicht prima. Das hat die tollen Finanzhechte in Zeiten billigen Geldes nicht daran gehindert, diese Nichtprimakrediten zu bündeln und als tolle Wertanlagen neu aufzustückeln und weiterzuverkaufen. Das Resultat: Ein Potjomkinsches Dorf.

Mit dabei die grossen Bewertungshäuser wie Moodys und andere, die locker flockig Wertpapiere mit unterlegten Nichtprimakrediten mit dem höchsten Gütesiegel auszeichneten (AAA).

Problem bei der Sache - und das kann eigentlich jeder Primarschüler auflösen – ist, dass bei höheren Zinsen eben auch höhere Zinszahlungen fällig sind. Sprich: Schuld x mal Zinssatz y gleich Zinszahlung. Bei einem Kredit von 100 und einem Zins von 2% macht das 2. Schlägt der Zinssatz auf, auf z.B. 3% macht das absolut zwar nur 1% aus, relativ für den Schuldner ists aber eine Zuschlag von 50%.

Die geneigte Leserschaft mag sich jetzt leicht bevormundet vorkommen, oder dem Schreiber leichte Arroganz ihr gegenüber vorwerfen. Sie bedarf doch keiner Erklärung von derart trivialen Zusammenhängen! Gedacht ist die Erklärung denn auch für den sich hierhin verirrenden Banker: Einige dieser Sorte Mensch hat ganz offensichtlich jene einfachen Zusammenhänge nicht begriffen. Stattdessen regiert die Gier, das Streben nach noch mehr Bonus und Status (An all diejenigen: In der heutigen NZZ wird der neuste Bentley besprochen).

Die Konsequenz: Zur Zeit noch knapp nicht in der Realwirtschaft (Alleine die Bezeichnung ist tiefgründig: Es wird also zwischen der Finanzwirtschaft (=Virtuell, imaginär?) und der Realwirtschaft unterschieden) angekommen. Doch der Kollaps der Sachsen LB ist ein sicheres Zeichen, dass hier noch weiteres Ungemach droht. Denn Gier ist universell. Ein neuer Gorden Geko Moment.

(1) Eigentlich wollte ich ja über schnell wachsende Firmen schreiben, aber das muss jetzt noch etwas warten.

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