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Organisation - Die Spinne und der Seestern

Wer kennt das nicht? Eigentlich wüsste man ja genau was man in der Firma machen müsste, doch die Chefs wollen nicht, oder sehen nicht, dass sie im Weg stehen. Stattdessen schaffen sie Strukturen (liebevoll auch Hierarchie genannt), die oft einzig dazu dienen, für möglichst wenig Bewegung zu sorgen. Das Resultat: Frustrierte Mitarbeiter, unzufriedene Kunden, schlechte (finanzielle) Resultate. Hierarchische Organisationen können seltsame Biester sein.

Darüber wurde schon viel geschrieben. Zum Beipiel hier vor ein paar Wochen - On Organizations - oder natürlich bei den Klassikern, wie zum Beispiel Berle and Means (1933) oder in Ronald Coase' Klassiker "The nature of the firm" [1].

Fünfzig Jahre später hat es der Übervater der modernen Management Lehre so zusammengefasst:

“The typical large business 20 years hence will have fewer than half the levels of management of its counterpart today, and no more than a third the managers. In its structure, and in its management problems and concerns, it will bear little resemblance to the typical manufacturing company, circa 1950, which our textbooks still consider the norm. Instead it is far more likely to resemble organizations that neither the practicing manager nor the management scholar pays much attention to today: the hospital, the university, the symphony orchestra. For like them, the typical business will be knowledge-based, an organization composed largely of specialists. … For this reason, it will be what I call an information-based organization.” [2]

Was er vor rund zwanzig Jahren wohl nicht ahnte, dass erst mit der Ankunft des Internet in der Business-Welt, seine Vision endlich Realität werden würde. Das Internet hat bekanntlich viele Industrien schon völlig umgedreht, nun werden auch die Einzelteile einer Industrie, eben die Firmen, vom Wandel erfasst und in ihren Grundfesten völlig umgedreht.

Wie können neue Orgsanisationen funktionieren? Die Antwort von Ori Brafman und Rod Beckstrom heisst "The Starfish and the Spider: The Unstoppable Power of Leaderless Organizations". Im Kern lautet ihr Argument: Auch wenn eine Spinne und ein Seestern äusserlich ein ähnliches Aussehen aufweisen, so sind sie doch sehr unterschiedlich. Schneidet man einer Spinne ihren Kopf ab, so stirbt sie. Ein Seestern mit abgeschnittenem Bein erholt sich. Verteilte, dezentralisierte Organisationen sind leistungsfähiger, innovativer, resistenter und oft erfolgreicher. Beispiele? Das Internet, Wikipedia, MP3 Peer-to-Peer Netzwerke. Wir wenden das eine oder andere Konzept bei local.ch schon an, weitere Dezentralisierung folgt.

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[1] Coase R.H., “The Nature of the Firm”, Economica, 4 (13-16), November 1937, pp. 386-405.

[2] Drucker P.F., “The Coming of the New Organization”, Harvard Business Review, January - February 1988, pp. 45-53
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